SIBO
(Small Intestinal Bacterial Overgrowth)

Was ist SIBO?
SIBO ist eine bakterielle Fehlbesiedelung/ Überwucherung des Dünndarms!
Bakterien, gute wie schlechte, haben ihren eigentlichen Lebensraum im Dickdarm, denn im Dickdarm findet die bakterielle Verdauung statt. Im Dünndarm findet die enzymatische Verdauung statt.
Der Dünndarm ist auf die enzymatische Verdauung und die Nährstoffaufnahme spezialisiert.
Schutzmechanismen sorgen dafür, dass alles gut funktioniert und der Dünndarm geschützt wird. Allerdings gibt es zahlreiche störende Auslöser.
Ursachen und Auslöser von SIBO
Verminderte Magensäure
Die Magensäure (hoher Salzsäuregehalt) sorgt dafür, dass Bakterien schon im Magen abgetötet werden und somit nicht lebend in den Dünndarm gelangen können.
Wird die Magensäure allerdings durch Antazida (gerne eingesetzte Medikamente gegen Sodbrennen) ständig eingeschränkt und neutralisiert oder wird durch die Gabe von Protonenpumpenhemmer gar nicht mehr genügend Magensäure produziert, dann fällt dieser Schutzmechanismus weg und es können vermehrt Bakterien aus dem Magen in den Dünndarm gelangen und die enzymatische Verdauung stören.
Die Ileozökalklappe
Die Ileozökalklappe verhindert normalerweise sehr zuverlässig, dass Bakterien aus dem Dickdarm zurück in den Dünndarm gelangen können.
Allerdings können z.B. durch falsche Futterkomponenten hohe Druckverhältnisse (Blähungen) im Dickdarm auftreten und einen Rückfluss von Bakterien aus dem Dickdarm über die Ileozökalklappe in den Dünndarm zulassen.
Fehlende Enzyme und Gallensäuren
Leber- oder Pankreaserkrankungen steigern das Risiko für SIBO.
Fehlende oder unzureichende Pankreasenzyme und Gallensäuren, die übrigens auch eine antibakterielle Wirkung haben, erhöhen das Risiko einer bakteriellen Fehlbesiedelung im Dünndarm deutlich.
Fehlende oder gestörte Reinigungsbewegungen des Dünndarms
Zwischen den Mahlzeiten (nahrungsfreie Zeit) kommt es im Dünndarm zu wellenartigen Kontraktionen (MMC= Migrating Motor Complex), die den Dünndarm quasi frei spülen und Reste von unverdauter Nahrung, Schleim, sowie mögliche vorhandene Mikroorganismen (Bakterien) in den Dickdarm befördern.
Bei Tieren, die viele kleine Portionen und ständig Leckerlies bekommen, ständigem Stress ausgesetzt sind oder z.B. nicht über ein normales Hunger- Sättigungsgefühl verfügen, kann dieser Schutzmechanismus gestört sein. Mit den Folgen, dass vorhandene Bakterien nicht aus dem Dünndarm abtransportiert werden und sich ungehindert vermehren können.
Ohne die aktive Bewegung wird der Dünndarm zur Gärkammer und bietet Bakterien den optimalen Nährboden zur Ansiedlung!
Chronische Entzündungen und Schleimhautschäden
Durch Futterunverträglichkeiten, falschen und schwerverdaulichen Futterkomponenten, Medikamenten, pathogenen Keimen und Endotoxine wird der Darm ständig gereizt und entzündet sich. Die Darmschleimhaut verliert immer mehr ihre Schutzfunktion und wird durchlässig. Das Immunsystem wird heruntergefahren.
Optimale Bedingungen für Bakterien!
Mögliche Anzeichen bei SIBO
Die Symptome von SIBO sind vielfältig, wie
Aufstoßen, Blähungen, Bauchgeräusche, Unruhe, Schmatzen, Lecken, Hecheln, Gähnen, Kot mit unverdauten Bestandteilen, schleimiger oder fettiger Kot, schwer absetzbarer klebriger, breiiger Kot, heller gelblicher Kot, Gewichtsabnahme trotz guter Futteraufnahme, erhöhte Flatulenzen mit intensivem Geruch…
Was sind die Folgen von SIBO?
Wenn der Dünndarm massiv von Bakterien besiedelt ist, dann verändert sich das Darmmilieu von basisch in sauer. Die zur Verdauung wichtigen und nötigen Enzyme können ihre Arbeit nicht machen, da sie eine basische bis neutrale Umgebung benötigen. Zudem greifen die vorhandenen Bakterien die Nährstoffe im Dünndarm ab und verdauen sie selbst, bevor sie über die Darmschleimhaut im Körper des Tieres aufgenommen werden können.
Die Diagnostik von SIBO ist anspruchsvoll und herausfordernd.
Es gibt keinen speziellen Test zur sicheren Abklärung von SIBO.
Wenn im Blutbild jedoch ein niedriges B12 und ein hoher Folsäurewert angezeigt wird, dann kann das schon ein möglicher Hinweis auf SIBO sein. Insbesondere dann, wenn die BNauchspeicheldrüse und die Leber keine Auffälligkeiten zeigen.
Jedoch sollte nicht nur ins Blut geschaut werden, sondern auch eine umfangreiche Kotuntersuchung mit entsprechenden Zusatzparametern erfolgen.
SIBO ist die Folge einer gestörten Verdauung.
Für SIBO gibt es nicht den EINEN (!) Test zur Bestätigung/ Diagnose.
SIBO ist eine Ausschluss- und Kombinationsdiagnose, bei der Symptome, Verlauf, Laborwerte und Anamnese zusammenspielen und zu bewerten sind.
